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30.05.22

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Blende in der Fotografie | Das musst du wissen

Die Blende als Gestaltungsmittel der Fotografie

Was ist die Blende? | Was genau macht die Blende? | Was sagt die Blende aus?

Genau genommen ist sie eine Vorrichtung am Objektiv, durch die Licht in das Innere der Kamera gelangt. Je nach Belieben kann die Weite der Objektivöffnung vergrößert oder verkleinert werden. Diese Einstellung kannst du an deiner Kamera vornehmen. Dazu später mehr. Wichtig ist, je weiter das Objektiv geöffnet ist, umso mehr Licht kann gelangt auf den Sensor. Darum sind die Blende und Belichtungszeit die wichtigsten Elemente, um die Helligkeit der Fotos zu beeinflussen.

Mit einer komplett geöffneten Blende lässt sich das hellste Bild aufnehmen. Die sogenannte Offenblende ist aber nicht für alle Situationen optimal, darum ist eine Anpassung der Lichtverhältnisse für eine perfekte Qualität der Aufnahmen erforderlich. Eine richtige Steuerung der Blende ermöglicht das ideale Maß an Belichtung, sodass keine Über- oder Unterbelichtung entsteht. Kurz gesagt ist die Blende dafür da, richtig belichtete Aufnahme zu erstellen.

Funktionsweise der Blende

Neben der Blende sind die Verschlusszeit und ISO wichtige grundlegende fotografische Belichtungseinstellungen, die man verstehen sollte. Unter anderem werden sie als Belichtungsdreieck bezeichnet. Denn in der Fotografie sind Lichtverhältnisse, Belichtungszeit, Blende und die Lichtempfindlichkeit unumgänglich. Nicht immer ist eine möglichst kurze Belichtungszeit das Ziel. Langzeitbelichtungen können die Hektik in einer Stadt veranschaulichen oder können Wolken ganz weich aussehen lassen.

Das Öffnen und Schließen der Blende erfolgten über einen Lamellenverschluss. Die Anzahl der Lamellen variiert von Hersteller zu Hersteller. Ist sie vollständig geöffnet, spricht man von einer Offenblende. Optimal ist das Fotografieren mit der Offenblende, wenn eine geringe Schärfentiefe erwünscht ist. Als Abblenden wird in der Fotografie der Vorgang des Schließens der Blende bezeichnet. Das Gegenteil von Abblenden ist das Öffnen der Blende, welches als Aufblenden unter Fotografen verstanden wird.

Blendenzahlen

Die Blendenzahl gibt die Größe der Blende an. Umso größer die Zahl, desto kleiner die Öffnung der Blende. Das bedeutet, wenn du einen kleinen Blendenwert einstellst, dann gelangt viel Licht auf den Kamerasensor. Hierbei spricht man von einer lichtstarken Öffnung. Zusammen aufgereiht ergeben die Blendenwerte eine Blendenreihe, wie du hier sehen kannst. Die maximale Blendenzahl reicht von 16 bis 64.

Sortiert sind die Werte nach der Größe der Objektivöffnung. Von Links nach rechts nimmt die Öffnung immer weiter ab und es trifft umso weniger Licht auf den Sensor. Somit ist F1,0 die Blende mit der größten Öffnung und den hellsten Bildern. Bei dieser Blendenreihe handelt es sich um ganze Blendenstufen. Neben den ganzen Werten gibt es noch halbe und drittel Blendenstufen, wie unten zu sehen ist. Um noch mehr Flexibilität beim Fotografieren zu bekommen kannst du mit drittel Blendenstufen arbeiten. Diese Einstellung lässt sich an deiner Kamera vornehmen

Es existieren verschiedene Schreibweisen für die Blendenzahl. Die geläufigsten Schreibweisen sind F/1,4 und 1:1,4.

Was ist die größte Blende? 

Die Größe der Blende setzt sich zusammen aus dem Durchmesser der Öffnung im Verhältnis zur Brennweite des Objektivs. Anhand der Objektivbezeichnung erkennst du welche maximale Blendenöffnung du einstellen kannst. Hier findest du dann eine Angabe, wie F/1,4 und weißt, dass dieser Wert die kleinstmögliche Blendenstufe bezeichnet. Ist nur ein Wert angegeben, so handelt es sich um ein Objektiv mit Festbrennweite, also ohne die Option zu zoomen. Handelt es sich um ein Zoomobjektiv, dann werden zwei Werte angegeben, wie F/3,5-6,3. Abhängig vom Objektiv und Kamerahersteller können nicht alle Blendenzahlen eingestellt werden. Üblicherweise können bei Spiegelreflex und Systemkameras Blendenwerte von 2,0 bis 22 reguliert werden. Die Bezeichnung 2,0/150 meint ein Teleobjektiv mit einer Brennweite von 150 mm und einer maximalen Blendenöffnung von 2,0.

Was bedeutet das F bei der Blende?

Das F ist eine Abkürzung für Focal Length, also übersetzt die Brennweite. Die F-Zahl gibt wiederum die Größe der Blendenöffnung an. Demnach ist bei einer kleinen F-Zahl die Blendenöffnung groß und bei einer großen F-Zahl die Blendenöffnung klein.

Auswirkungen der Blende

Einen Einfluss hat die Blende nicht nur auf die Belichtungszeit. Gleichzeitig ist sie auch eine Einstellung, womit die Bildgestaltung maßgeblich beeinflusst wird.

Blende und Schärfentiefe

Ein wichtiger Einflussfaktor auf die Bildgestaltung und als künstlerisches Element kann die Blende betrachtet werden. Als Bokeh-Effekt wird der fotografische Effekt der Unschärfe bezeichnet. Anfängern ist vielleicht der Fehler unterlaufen, die Blendenzahl zu niedrig eingestellt zu haben und somit ungewollt den Bokeh-Effekt abgelichtet zu haben.

Neben der Helligkeit der Fotos kann mit der Blende die Schärfentiefe reguliert werden. Grundsätzlich ist die Schärfentiefe dafür da, den Blick des Betrachters zu lenken. Durch Schärfe und Unschärfe wird der Fokus auf ein Bildelement gerichtet. Üblicherweise werden für den Fotografen wichtige Motive klar und scharf dargestellt, damit die Aufmerksamkeit dieses Motiv oder Motiven liegt. Die Ablenkung nebensächliche Elemente wird durch die Unschärfe vermieden. Aufgrund des Zusammenspiels zwischen scharf und unscharf werden Vorder- und Hintergrund für den Betrachter getrennt. Insbesondere bei Portraits wird die Schärfentiefe als Bildgestaltungselement eingesetzt. Hierbei ist das detailreiche Gesicht im Fokus und der Hintergrund verschwimmt.

Wann nimmt man welche Blendenzahl?

Ist das Umgebungslicht dunkel sollte die Blendenöffnung weit sein, damit möglichst viel Licht auf den Kamerasensor trifft. Dementsprechend sollest du für diesen Fall niedrige Blendenzahlen wählen. Hohe Blendenzahlen sollten eingestellt werden, wenn dein Bild durch die Lichtverhältnisse überbelichtet ist. 

Wie erzielt man Tiefenschärfe?

Durch die Tiefenschärfe wird der Schärfebereich im Bild bestimmt, in dem das Motiv klar und scharf zu sehen ist. Maßgeblich für den Grad der Tiefenschärfe ist die Blendeneinstellung. Je kleiner die Blendenöffnung, desto schärfer und detailreicher ist das Bild. Je größer die Öffnung, umso ausgeprägter ist die Unschärfe auf den Bildern. Bei einer hohen Schärfentiefe sind sowohl der Vordergrund und Hintergrund verschwommen dargestellt. Achtung: Die Schärfentiefe nimmt mit geschlossener Blende immer weiter zu, aber die allgemeine Bildschärfe nimmt mit sehr hohen Blendenzahlen wieder ab. Um die optimale Gesamtschärfe abzulichten, solltest du eine Einstellung von F/11 vornehmen. Aufnahmen mit einem Blendenwert ab F/16 aufwärts sind deutlich schlechter.

Was ist der Unterschied zwischen Tiefenschärfe und Schärfentiefe?

Diese Frage ist einfach zu beantworten, weil Tiefenschärfe und Schärfentiefe das gleiche bedeuten. Beide Begriffe bezeichnen die Ausdehnung der Schärfe in die Tiefe, welche vor allem durch die Blende gesteuert wird.

Welches Objektiv für Tiefenschärfe?

Auch die Brennweite spielt eine Rolle bei der Schärfentiefe. Objektive mit langer Brennweite haben eine geringe Tiefenschärfe. Eine hohe Tiefenschärfen haben dagegen Objektive mit kurzer Brennweite.

Blende und Belichtungszeit

Neben der Belichtungszeit kann als weitere Möglichkeit die Lichtmenge über die Blende reguliert werden. Möchtest du die Lichtverhältnisse anpassen, ohne deine Wunschbelichtungszeit zu verändern, dann ist die Regulierung der Blende erforderlich. Eine gewisse Menge an Licht ist entscheidend, weil damit das Bild kontrastreich wirkt.

Welche Blende bei welchen Lichtverhältnissen?

Für ein möglichst helles Bild wird mit einer geöffneten Blende gearbeitet. Je weiter die Blende geschlossen wird, umso weniger Licht trifft auf den Sensor der Kamera. Durch das richtige Steuern mit der Blende sollten keine über- oder unterbelichteten Bilder entstehen. Um den Effekt der geschlossenen Blende auszugleichen, müssen ISO und Belichtungszeiten angepasst werden. Ist die Umgebung sehr dunkel, dann solltest du die Blende weit öffnen, umso viel Licht wie möglich zu bekommen.


F-Nr.
Öffnung der Blende
Belichtung
Tiefenschärfe

f/1.4

f/2.0

f/2.8

f/4.0

f/5.6

f/8

f/11

f/16

f/22

Sehr Weit

Weit

Weit

Mittel

Mittel

Mittel

Gering

Gering

Sehr gering

Viel Licht

Halbiert die Belichtung von f/1.4

Halbiert die Belichtung von f/2.0

Halbiert die Belichtung von f/2.8

Halbiert die Belichtung von f/4.0

Halbiert die Belichtung von f/5.6

Halbiert die Belichtung von f/8

Halbiert die Belichtung von f/11

Halbiert die Belichtung von f/16

Sehr gering/flach

gering/flach

gering/flach

eher gering/flach

eher gering/flach

eher hoch/tief

hoch/tief

hoch/tief

Sehr hoch/tief


Merken: Großer Blendenwert -> Kleine Blendenöffnung-> wenig Helligkeit

Der kleine Blendenwert f/1,4 sollte bei schlechten Lichtverhältnissen reguliert werden, um durch die weite Öffnung bessere Belichtung zu erzielen. Sollen Vordergrund und Hintergrund klar und deutlich erkennbar sein, dann ist eine hohe Tiefenschärfe das Ziel. Mit einer geringen Tiefenschärfe bekommen die Aufnahmen den Bokeh-Effekt (verschwommenen Hintergrund).

Die Lichtmenge halbiert bzw. verdoppelt sich, wenn die Blende um den nächsten Wert geschlossen bzw. geöffnet wird. Als Beispiel: Wird die Blende von f16 auf f11 eingestellt, dann ergibt das eine Verdopplung der Belichtung.

Kameraeinstellung für die Blende

Digitale Spiegelreflexkameras verfügen über verschiedene Modi. Der Manuelle Modus (M), der Automatik Modus (A), die Blendenautomatik (S) und die Programmautomatik (P) sind geläufige Modi. Einige Hersteller verwenden anstelle des "A" ein "Av" für den Automatik Modus. Hiermit stellst du die Blende manuell ein. Merke dir hierfür, dass das A eine Abkürzung für Aperture ist, welches übersetzt Blende bedeutet. Neben der manuellen Einstellung der Blendenzahl, wird die Verschlusszeit anhand dessen automatisch von der Kamera ausgewählt. Hierbei solltest du der automatischen Kameraeinstellung nicht blind vertrauen und überprüfen, ob die ausgewählte Belichtungszeit zu der Situation passt.

Inzwischen kann die Blende über ein Zahnrad an der Kamera eingestellt werden. Sollte die Belichtungszeit mit diesem Rad eingestellt werden können, dann ist es notwendig auf den manuellen Modus zu wechseln. Um dann die Blende verändern zu können, muss ein Knopf (meist AV) während des Drehens gedrückt werden.

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